Bläserensemble Oktavian

Samstag,
16. November 2019
20.00 Uhr
Martinus Saal

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Karl Markovics & Matthias Loibner

Atlas eines ängstlichen Mannes

Ein Text, ein Sprecher, ein Musiker. Karl Markovics verleiht dem wunderbaren „Atlas eines ängstlichen Mannes“ von Christoph Ransmayr seine Stimme, Matthias Loibner kommentiert den Text auf seiner Drehleier in ganz persönlicher Weise. Zusammen ergibt das eine konzertante Lesung der besonderen Art.


Am Anfang war das Wort. Und was für eines! Christoph Ransmayr, jener österreichische Autor, der in seinen Werken seit jeher furchtlosen Umgang mit dem Erhabenen pflegt, hat die Welt bereist, sie in sich aufgenommen und seine Erlebnisse und Begegnungen formvollendet in Sprache gebracht. „Atlas eines ängstlichen Mannes“ nennt er sein im Jahr 2012 erschienenes Buch, dessen Impressionen den Lesenden auf entlegene Inseln und auf hohe Berge, in bizarre Städte, in den brasilianischen Urwald, ins kleine Österreich oder in die isländische Lavawüste entführen.

Ransmayrs intensive, zeitlose und zeitlos schöne „Atlas“-Texte entfalten einen Sog, dem man sich als Lesender kaum zu entziehen vermag. Die Worte haben ihren ganz eigenen Ton, einen individuellen Klang, und man vermeint beim Lesen bereits eine Erzählerstimme zu hören, eine Stimme aus dem Nichts, aus irgendetwas Höherem. Und so wundert es nicht, dass sich der Film- und Theaterschauspieler Karl Markovics in diesen Text verliebt hat und ihm seine Stimme verleihen möchte. (Karoline Pilcz, Gesellschaft der Musikfreunde Wien)

Karl Markovics

Karl Markovics

Künstlerinfo

in Wien geboren, gehört mit seinem markanten Gesicht zu den „Charakterköpfen“ des deutschsprachigen Kinos. Seine Karriere beginnt in den achtziger Jahren auf der Bühne im Serapionstheater und bis heute tritt Markovics regelmäßig an den wichtigsten Schauspielhäusern in Erscheinung.

Die ersten Filmrollen übernahm Markovics zu Beginn der 90er Jahre und spielte daraufhin in zahlreichen TV- und Theaterproduktionen, unter anderem am Theater in der Josefstadt und am Wiener Volkstheater, wo er im Jahr 2005 mit Eugène Ionescos „Die kahle Sängerin“ auch erstmals selbst ein Stück inszenierte.

Sein größter internationaler Erfolg der jüngsten Vergangenheit war wohl die Hauptrolle in Stefan Ruzowitzkys Film „Die Fälscher“, der bei der Oscarverleihung 2008 als „Bester fremdsprachiger Film“ ausgezeichnet wurde. Im Spielfilm „Die Geliebte des Teufels“ des tschechischen Regisseurs Filip Renč über das Leben der kontroversen tschechischen Schauspieldiva Lída Baarová spielt Markovics die Hauptrolle, Baarovas Geliebten Joseph Goebbels. Der Film wurde von April bis Juni 2015 überwiegend in der Tschechischen Republik gedreht, und feierte seine Weltpremiere im Januar 2016 in Prag. Im 2018 bei der Diagonale präsentierten Film „Murer – Anatomie eines Prozesses“ ist er als Simon Wiesenthal besetzt.

2011 gab Karl Markovics mit dem Spielfilm „Atmen“ sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor. Die Produktion fand bei den 64. Filmfestspiele von Cannes wie auch 2012 beim Österreichischen Filmpreis Anerkennung. 2015 folgte sein zweiter Film „Superwelt“, und gerade eben dreht er den dritten: „Nobadi“, der 2019 in die Kinos kommen soll.


Matthias Loibner

Matthias Loibner

Künstlerinfo

Matthias Loibner ist mit seiner Drehleier seit vielen Jahren auf Wanderschaft quer durch alle Stile und Zeiten. Als gefragter Künstler in unterschiedlichsten Ensembles und aussergewöhnlichen Projekten in aller Welt sammelt er die Eindrücke seiner Reisen, Beobachtungen und Begegnungen im faszinierenden Klang der Drehleier. Uralt, noch nie gehört, sanft und sägend, kratzend und wunderschön entstehen dabei zeitlose Hörbilder, gespeist aus einem großen Repertoire zwischen Klassik, Elektronik, Tradition und Imagination.

Für sein expressives Spiel, seine Virtuosität und seine stilistische Bandbreite erhielt er schon Beinamen wie Jimi Hendrix, Astor Piazzola aber auch James Bond oder Harry Potter der Drehleier.


Christoph Ransmayr

Christoph Ransmayr

Künstlerinfo

Ransmayr wuchs in Roitham am Traunfall als Sohn eines Volksschullehrers auf. Er besuchte das Stiftsgymnasium der Benediktiner in Lambach und studierte von 1972 bis 1978 Philosophie und Ethnologie in Wien. Danach arbeitete er als Kulturredakteur und Autor für verschiedene Zeitschriften. Seit 1982 ist er freier Schriftsteller, lebt in Wien und Itland. Sich selbst bezeichnet er als „Halbnomaden“ aufgrund seiner vielen Reisen.

Nach dem Erscheinen des Romans Die Letzte Welt unternahm er ausgedehnte Reisen nach Asien sowie Nord-und Südamerika. Auch in seinen Werken erzählt er von seiner Lebenshaltung als Tourist und zählt Ahnungslosigkeit, Sprachlosigkeit und leichtes Gepäck zu den Voraussetzungen des Schreibens.

Ransmayr verbindet in seiner Prosa historische Tatsachen mit Fiktionen. Ferner charakteristisch für Ransmayrs Romane sind die Schilderung grenzüberschreitender Erfahrungen sowie die literarische Bearbeitung historischer Ereignisse und deren Verknüpfung oder Brechung mit Momenten aus der Gegenwart. Die Verbindung von spannenden Handlungen und anspruchsvollen Formen haben vor allem seinen ersten beiden Romanen viel Lob eingebracht, dies hatte große Aufmerksamkeit in der Literaturwissenschaft und viele ihm verliehene Literaturpreise zur Folge.